Achtsamer Luxus: Mehr Bewusstsein für psychische Gesundheit

Mindful Luxury Elevating Mental Health Awareness. Rich man relaxing on a kayak while on vacation.
Author: Claudia M. Elsig, MD

Es gibt eine neue Bewegung am oberen Ende des Luxusmarktes. Superreiche treffen bewusstere Entscheidungen und denken anders darüber, wie sie ihre Zeit verbringen und ihr Geld ausgeben. Achtsamer Luxus ist der Neuzugang in der Welt der UHNWI’s.

Die Wohlhabendsten unserer Gesellschaft frönen seit langem einem besonderen Lebensstil. Es ist ein Leben im Glanz der Privatjets, der luxuriösen Urlaube, mit einem Portfolio exklusiver Immobilien, einer Sammlung von Superyachten und Superautos, diskretem Shopping von exklusiven, dezenten Luxusmarken, Essen mit Michelin-Sternen, opulenten Partys und einem Team von Menschen, das Tag und Nacht jeden Wunsch erfüllt. 

Es ist ein Leben, das weit über die kühnsten Träume der meisten Menschen hinausgeht. Doch bei vielen UHNWI’s verbergen sich hinter den Reichtümern verletzte Seelen. Unter Superreichen gibt es: 

  • komplexe familiäre Beziehungen
  • Mangel an echten Freundschaften
  • starke Ängste vor einem Vermögensverlust
  • Druck, reich und erfolgreich zu bleiben
  • Stress aufgrund des Vermögensmanagements und der Nachfolgeplanung

Das Leben als Milliardär mag von außen leicht erscheinen, doch der besondere Druck macht es extrem stressig und unglaublich einsam. Trotz des enormen und unvorstellbaren Vermögens kann sich das Leben im Paradies überraschend leer anfühlen. 

Inzwischen aber sorgt achtsamer Luxus für einen Umbruch in der Art und Weise wie einige Superreiche ihr Leben angehen. Für viele von ihnen es ist das erste Mal, dass eine achtsame Lebensweise Möglichkeiten für transformative Erfahrungen und die Chance bietet, sich um das oft vernachlässigte geistige Wohlbefinden zu kümmern. Dadurch werden erhellende Entdeckungen gemacht. 

In diesem Blogeintrag geht es darum, wie achtsamer Luxus das Bewusstsein für die psychische Gesundheit fördert. 

Was ist achtsamer Luxus?

Reichtum, psychisches Wohlbefinden und bewusstes Konsumverhalten ist nichts, was man typischerweise in Relation zueinander bringen würde. Doch unter den gebildeten, hochvermögenden Jetsettern, und hier speziell jenen aus den Generationen der Millennials und der Gen Zedder, gibt es ein wachsendes Bewusstsein für die Bedeutung von Nachhaltigkeit, Umwelt und den Einfluss von Lebensentscheidungen auf die psychische Gesundheit.

Die ungewöhnliche Kombination von Luxus, Achtsamkeit und bewusstem Konsum hat sogar einen Namen. Achtsamer Luxus. 

Während einige Prepper-Milliardäre sich luxuriöse Bunker zulegen, um den in ihren Augen bevorstehenden gesellschaftlichen Kollaps zu überleben1, entdecken andere Luxus unter einem neuen Fokus. Statt die besten Dinge der Welt zu horten, richtet sich ihr Interesse auf Gesundheit und Freiheit. Die Folge: Das Feiern verschwenderischer Partys und privates Jetten von einem hochexklusiven Luxusresort zum nächsten verlieren ihren Glanz. 

Inzwischen werden Luxuskonsumenten immer umweltbewusster und zeigen größeres Interesse an Materialien aus der Region. Zwar sprechen einige Journalisten von einer Krise der Gier – laut Oxfam haben die vermögendsten ein Prozent der Menschen in den zurückliegenden zwei Jahren fast doppelt so viel Reichtum angehäuft wie der Rest der Welt zusammen2. Optimistischere Beobachter sehen jedoch auch eine Art spirituelles Erwachen in den höheren Schichten der Gesellschaft. 

Achtsamkeit stößt überall auf Interesse, doch die damit verbundenen Konnotationen stehen nun einmal vor allem für Einfachheit. Und die Masse der Superreichen ist nicht bereit, auf Luxus zu verzichten. So wird es wohl noch eine Zeit dauern, bis sie sich in eine stille Lehmhütte zurückziehen und wochenlang Reisbrei essen. 

Achtsamer Luxus aber erlaubt einen Kompromiss, ermöglicht viele der Vorteile von reduzierten Achtsamkeitserfahrungen, ohne dass reiche Menschen auf ihren gewohnten Komfort verzichten müssen. Ein Luxus-Retreat, zum Beispiel, bietet eine fördernde Umgebung, in der Teilnehmer sich an achtsamen Aktivitäten wie Meditation, Yoga und Entspannungskursen beteiligen, gleichzeitig aber immer noch ultraluxuriöse Annehmlichkeiten und höchsten Lebensstandard genießen können.

Über die ganze Welt verteilt sind hochklassige Wellness-Resorts, exklusive Spas und luxuriöse Retreat-Zentren entstanden, um die Reichen und Berühmten zu verwöhnen und zu bedienen. In den letzten Jahren ist die Crème de la Crème des achtsamen Luxus aber auch durch eine neue Welle von diskreten und edlen Luxus-Reha- und Psychotherapiezentren wie CALDA entstanden, die ausdrücklich geschaffen wurden, um zu helfen, psychische Probleme von Superreichen zu lösen. 

Was ist Achtsamtkeit und warum ist sie wichtig?

Aus gutem Grund haben Achtsamkeitsübungen im zurückliegenden Jahrzehnt an Popularität gewonnen. Befürworter würden sagen, dass wir alle davon profitieren könnten, achtsamer zu sein. 

Was aber ist das? “Achtsamkeit, das ist auch die Selbstregulierung von Aufmerksamkeit, so dass sie auf den gegenwärtigen Moment fokussiert bleibt.”3

Empirische Untersuchungen belegen, dass Achtsamkeit viele positive Effekte auf die psychische Gesundheit hat. Eine Überprüfung von Studien zeigte, dass Achtsamkeit und ihre Kultivierung adaptive psychologische Funktionen erleichtern.4 Ihre Auswirkungen reichen von erhöhtem subjektiven Wohlbefinden über geringere psychologische Symptome und emotionaler Reaktivität bis hin zu verbesserter Verhaltensregulierung.

Achtsamkeit ist nicht neu. Es gibt sie seit Jahrhunderten und sie ist tief in buddhistischen Traditionen verwurzelt. 1977 entwickelte Jon Kabat-Zinn die erste achtsamkeitsbasierte Intervention (AI): die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (engl. Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR). Diese Praxis verbindet buddhistische Meditation mit anderen kontemplativen Praktiken wie Yoga sowie modernen psychologischen Theorien über Stress und Bewältigungsstrategien zur Anwendung im Gesundheitswesen.5 

Henry Shukman, spiritueller Leiter des Mountain Cloud Zen Center, erklärt, wie Achtsamkeit “die Fähigkeit im Hier und Jetzt zu sein” und “eine sanfte und mitfühlende Art, mit uns selbst umzugehen”6 entwickelt. 

Shukman sagt, Achtsamkeit ermögliche Präsenz, was “eine interne Zone ist, die wir bereits besitzen. Wenn wir in diesen Raum von Gegenwärtigkeit gelangen, gibt es nichts zu reparieren oder zu lösen”. 

Im Wesentlichen ist achtsame Präsenz eine innere Erfahrung, die es uns erlaubt, uns auf die Vorstellung einzulassen, dass wir auf eine vernetzte Art mit anderen Lebenwesen und unserer Umgebung leben. Es sei genau das, so Shukman, was “die Illusion von Trennung auflöst”. 

Es ist ein schwer zu verstehendes Konzept, aber vielleicht erklärt es, wie Achtsamkeit superreichen Menschen hilft, sich weniger isoliert und einsam zu fühlen. 

Jede Art von Achtsamkeit, gleich ob Atemtechniken, Meditationsübungen oder einfach achtsam dem Alltag begegnen, lenkt den Fokus einer Person auf den gegenwärtigen Moment und weg von den Gedanken. Viele Menschen, die Achtsamkeit praktizieren, versichern, sich entspannter zu fühlen, mehr Lebensfreude und ein höheres Selbstwertgefühl zu haben.

Wie verbessert achtsamer Luxus die psychische Gesundheit von Reichen?

1. Abkopplung vom Stress 

Einzigartige Faktoren führen dazu, dass das Leben der Superreichen auf der Überholspur die psychische Gesundheit schädigt. Bei vielen ist Stressbewusstsein fast nicht vorhanden. Heute ermöglicht achtsamer Luxus diesen Menschen, sich von täglichen Stressfaktoren zu lösen und Einblicke in ihre psychische Gesundheit zu gewinnen. 

Gleich ob in einem Yoga-Retreat, bei der Ausübung täglicher Meditationspraktiken oder bei einem Aufenthalt für eine komplette Reha in einer Klinik für psychische Gesundheit, die Abkopplung von Stress schafft Möglichkeiten, um ein tieferes Verständnis für sich selbst und die Ursachen des Leidens zu entwickeln. 

2. Neuausrichtung der Gesundheit

Achtsamer Luxus richtet auch die Gesundheit durch ein verbessertes Wohlbefinden neu aus. So helfen die Teilnahme an Wellness-Aktivitäten wie Yoga, Qi Gong und Tai Chi, oder Zeit in der freien Natur zu verbringen, gesund zu essen, eine Pause vom Alkohol zu machen, Spa-Behandlungen zu genießen und somatische Behandlungen wie Massage und Cranial-Sacral-Therapie, die Stressreaktion zu regulieren und zu einer besseren körperlichen und geistigen Gesundheit zu gelangen. 

3. Größere Klarheit und Konzentration sowie ein Gefühl der Ruhe

Sich achtsamer zu verhalten, hat positive Auswirkungen auf das Gehirn. Untersuchungen zeigen, das achtsamkeitsbasierte Interventionen die emotionale Klarheit erhöhen können.7

Tiefes Atmen und Meditation wirken auf die sogenannte HPA-Achse (oder Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse), die wiederum das sympathische und parasymphatische Nervensystem kontrolliert. Achtsamkeit verringert die Aktivität des sympathischen Nervensystems (Stressreaktion) und erhöht die Aktivität des parasymphatischen Nervensystems (beruhigende Wirkung), was zu einem größeren Gefühl der Gelassenheit führt. 

4. Wachsende Bindungen und Bedeutung

Die Entscheidung für mehr sinnvolle und gesundheitsfördernde Aktivitäten, speziell in Kontakt mit anderen Teilnehmern, verbessert die sozialen Bindungen und reduziert Gefühle der Einsamkeit. Sich mit Gleichgesinnten in achtsamkeitsbasierten Aktivitäten zu engagieren, kann auch ein Gefühl der Zielstrebigkeit vermitteln, also etwas, das bekanntermaßen im Leben vieler Superreichen weitgehend fehlt. 

Frauen geben oft für die Gründung einer Familie ihre Karriere auf, dann aber übernehmen Kinderbetreuer die Verantwortung und schließlich werden die Kinder auf ein Internat geschickt. Den Kindern wird ihr Leben vorgezeichnet und es wird von ihnen erwartet, dass sie in der Schule erfolgreich sind. Das Leben der Superreichen kann sich steril und beziehungslos anfühlen. Achtsamkeit kann die Sinnhaftigkeit im Leben zurückgeben. 

5. Entwicklung von Selbstmitgefühl

Studien zeigen, dass Reichtum das Mitgefühl mindert.8 Untersuchungen zufolge ist bei höheren gesellschaftlichen Schichten ein stärkeres unethisches Verhalten vorhersehbar. Andere Forschungen legen nahe, dass freundliche und mitfühlende Menschen zufriedener mit ihrem Leben sind und über eine bessere körperliche und geistige Gesundheit verfügen. 

Achtsamkeit verschafft Klarheit über die Konsequenzen von Gedanken und Handlungen. Diese Einblicke können einer Person helfen, Mitgefühl für sich selbst und andere zu entwickeln und das Leben bewusster zu leben. 

Finden Sie Ihre Freiheit durch achtsamen Luxus in der CALDA Clinic

Psychische Erkrankungen verursachen nicht nur emotionale und körperliche Schmerzen, sie bedeuten auch einen Angriff auf die persönliche Freiheit. 

Die CALDA Clinic wurde gegründet, um UHNWI’s ihre Freiheit zurückzugeben. Ein beispielloses und perfekt koordiniertes Team von Experten erarbeitet visionäre Behandlungskonzepte. Die Gäste wohnen in unseren luxuriösen und edlen Unterkünften mit Blick auf Zürichs Goldküste und atemberaubenden Aussichten auf den Zürichsee. 

CALDA bietet achtsamen Luxus vom Feinsten für Persönlichkeiten, die nach einer extrem privaten, individuell zugeschnittenen Rehabilitation in einem exklusiven Umfeld suchen. Neben einer umfassenden Diagnostik, Psychiatrie und Psychologie sowie orthomolekularer Medizin werden unsere Klienten auch ermutigt, an achtsamkeitsbasierten Aktivitäten wie Meditation, pferdegestützter Psychotherapie, Kunst-, Musik- und Tanztherapie sowie Yoga teilzunehmen. 

Für weitere Informationen über unsere Programme nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. 

Quellenangaben:

  1. Rushkoff D. 4. Sep. 2022. The super-rich ‘preppers’ planning to save themselves from the apocalypse. The Guardian.
  2. Oxfam International. Press Release. 16. Jan. 2023. Richest 1% bag nearly twice as much wealth as the rest of the world put together over the past two years. [Online-Zugriff am 7. Mai 2023].
  3. Crego A, et al. 21. Jan. 2021. Relationships between Mindfulness, Purpose in Life, Happiness, Anxiety, and Depression: Testing a Mediation Model in a Sample of Women. Int J Environ Res Public Health. 18(3):925
  4. Keng SL, Smoski M J & Robins C. 31. Aug. 2011. Effects of Mindfulness on Psychological Health: A Review of Empirical Studies. Clin Psychol Rev. Aug. 2011; 31(6): 1041–1056.
  5. Schuman-Olivier Z, et al. Nov.-Dez. 2020. Mindfulness and Behavior Change. Harv Rev Psychiatry. 2020.28(6):371-394
  6. Shukman H. 16. Nov. 2022. Message from Henry: Mindful Presence. Mountain Cloud Zen Center. moungtaincloud.org [Online-Zugriff am 7. Mai 2023]
  7. Cooper D, Yap K, & Batalha L. 1. Aug. 2018. Mindfulness-based interventions and their effects on emotional clarity: A systematic review and meta-analysis. J Affect Disord. Aug. 2018 1;235:265-276.
  8. Piff P K, et al. 27. Feb. 2012. Higher social class predicts increased unethical behavior. The Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).